iCal: Sync ins Netz ohne .mac / WebDAV
Apples iCal kann Kalender auf 2 Arten veröffentlichen: Auf einen .mac Account oder einen “privaten Webserver”. Bei letzerem muss es sich jedoch um einen WebDAV-Server handeln. Das geht zwar - irgendwie - mit einem PHP PEAR Package, aber ich habe ehrlich gesagt keine Lust das selbst zu coden. Mit diesen beiden Varianten erhält man jedoch keine bidirektionalen Synchronisationsmöglichkeiten, als Groupware-Kalender kann man das nicht oder nur bedingt brauchen. Apple hat vor geraumer Zeit ihren iCal-Server als OpenSource Version veröffentlicht - nur leider braucht das wiederum ein bisschen mehr als Shared Hosting bei cyon. Dasselbe gilt für die restlichen iCal/CalDAV Server Projekte, ohne mindestens ein Dedicated Hosting geht da nix (Python, Apache Module, host-file Einträge, ..).
Was wir 0815 Benutzer also brauchen, ist ein mühelos konfigurierbares System, welches bidirektional synchronisierbar, mit mehreren Teilnehmern funktionierend und dabei preiswert (fast gratis) ist - und zudem keine Wartungskosten verursacht.
Der einfachste Ansatz ist aus meiner Sicht die Verwendung von Google Calendar als “Proxy” und einem (bidirektionalen) Synchronisationstool für iCal als “Connector”. Windows User sollten am besten einfach Sunbird verwenden, welcher mit einem Plugin ausgestattet genau dieselben Aufgaben verrichtet. Wenn man also ein kleines Team hat und auf 1-2 shared Kalender angewiesen ist, welche alle Teammembers bearbeiten können müssen, ist diese Variante erfolgsversprechend. Ich konnte dieses Setup leider noch nicht ausgiebig testen. Das wird in den nächsten Wochen und Monaten der Fall sein.
Mein Setup:
- iCal/Leopard
- Connector, z.B. Spanning Sync, BusySync
- GCal Account
Somit geht schonmal das Syncen ins Netz und vom Netz auf’s lokale System einigermassen problemlos. Die Tools erstellen unter OS X tasks, welche alle x Minuten ausgeführt werden und dabei die Synchronisation im Hintergrund erledigen. Die beiden Tools sind auch wirklich nicht teuer (25$ - im Vergleich zu einem Exchangeserver oder der Infra für einen Groupware Server im Netz ist das n.i.c.h.t.s). Im Anschluss daran kann man auf Google Calendar die Kalender nach Bedarf freigeben (die Teilnehmer benötigen natürlich auch einen Google Calendar), schreib-/leserechte verteilen, private/public schalten und man kann so auch projektbasierte Kalender erstellen und für Freelancer/Kunden freigeben.
Eine weiterer Vorteil besteht darin, dass man so auch zwischen Windows und Mac OS X synchronisieren kann. Jedenfalls in der Theorie. Sunbird vom Mozilla-Projekt unterstützt scheinbar eine bidirektionale Synchronisation durch ein Plugin bereits. Die einzigen, die wiedermal gegen den Strom von eigentlich schlauen Standards schwimmen, ist .. drumroll .. Microsoft. Mit Outlook kann man dieses Setup nämlich vergessen.. oder?
Die beiden “Connector” Tools haben zudem einen weiteren Vorteil: Befindet man sich so oder so bereits in einem Mac-Netz mit ein paar Teamkollegen mit iCal Kalendern, kann man das synchen ganz einfach via Bonjour erledigen, resp. schreib/leserechte Verteilen und so eine zwar rudimentäre aber kostengünstige und zweckmässige Groupware aufbauen. Zumal meine Erfahrung gezeigt hat, dass in einem Team von 5-6 Personen ein Exchangeserver auch nicht viel mehr Zustimmung findet als das regelmässige Eintragen der Zeit und die Administration für das Führen der Kaffeekasse auch keine Gruppenkalender benötigt. Wenn man jedoch dezentral arbeitet, ist so eine Möglichkeit absolut notwendig.
“Wieso nicht einfach (OSS Groupware hier einfügen) verwenden?” Tja, ich habe einfach lieber für jedes Bedürfnis ein sehr gut funktionierendes Tool anstatt ein halb funktionierendes Tool für alle Bedürfnisse, mit Features die man nie braucht und Optionen, die man nie auswählt. Simple! Dafür gebe ich auch gerne einmal 25-50$ aus um mir eine Shareware für OS X zu kaufen, die genau das macht, was ich will - nicht mehr und nicht weniger. Dafür sauber und ohne Gebastel und Wartung. Tools wie mite zur Zeiterfassung sind zudem gratis und reichen vollends für eine 10 köpfige Firma, geschweige denn für 1-2 Leute. ;)
