Sony PRS505
This article was automatically recovered from archived versions of this site via the Wayback Machine. It is likely outdated or contains formatting errors, as it has not been reviewed.

Sony PRS505

May 10, 2008
ebookreadersony prs505

Vor knapp 2 Monaten habe ich mir einen E-Book-Reader von Sony gekauft. Nachdem ich in der Zwischenzeit wohl um die 1’200 Seiten gelesen habe, lohnt es sich einmal eine Zwischenbilanz zu ziehen. Grundsätzlich finde ich den Reader sehr gut, der Text auf dem Display ist extrem angenehm zu Lesen und seit ich den Reader habe, lese ich ca. 3 mal soviel. Die Probleme, die sich mir gestellt haben, gehen grundsätzlich auch nicht in Richtung Hardware. Die funktioniert wirklich toll.

Was mich ein wenig enttäuscht hat, ist viel mehr das deutschsprachige Angebot an E-Books: Es ist schlicht weg nicht vorhanden. Es bleibt einem also nur der Umweg über BitTorrent. Hier gibt es dafür auch vielerlei deutschsprachige Literatur, meistens als PDFs. Am einfachsten lassen sich aus meiner Sicht RTF Dokumente konvertieren. PDFs haben den Nachteil, dass man zuweilen ein wenig Zeit in die Konvertierung oder Formatierung investieren muss. Projekt Gutenberg bietet klassische Literatur frei an, jedoch muss man auch hier von Hand die harten Umbrüche in den Textdateien entfernen. Das ist schon ziemlich mühsam. Und man will ja auch nicht die ganze Zeit irgendwelche alten Schinken von Kant und Co. lesen. ;) Das englischsprachige Angebot im Sony Bookstore ist dagegen schon ziemlich gross. Ich nehme an, hier wird sich in den nächsten paar Jahren noch einiges tun. Die Amortisation des Geräts wird aber wohl auch so nicht allzulange beanspruchen.. ;-)

Auch die Software von Sony ist ein bisschen rudimentär ausgelegt. Zum einen wäre da das Synchronisations-/Librarytool, welches nur für Windows erhältlich ist. Als Mac User ist man da schon einmal komplett ausgeklammert. Sony sträubt sich irgendwie unglaublich fest dagegen, Software auch für andere Plattformen als Windows zu schreiben, das war damals (und heute) mit den NetMD Minidiscrecordern und -playern dasselbe Trauerspiel. Es bleibt also nicht viel mehr übrig als VMWare oder Parallels zu benutzen, um die Bücher auf dem Reader wirklich sinnvoll sortieren zu können. Das Librarytool lässt sich übrigens nicht unter CrossOver betreiben.

Zwar kann man den Reader via USB auch vom OS X Desktop aus mit Daten befüllen, Tags und “Sammlungen” kann man jedoch nur in der Sony Anwendung oder der libprs500 erstellen. Letzteres ist jedoch auch noch nicht wirklich ausgereift, ist jedoch für OS X, Linux und Windows erhältlich. Ein weiterer Punkt, der mich ein bisschen stört, ist die “schwache” Software für den Reader selbst. Metadaten kann man zum Beispiel auf dem Reader selbst nicht editieren. Man kann zwar Fotos (sinnlos) anschauen und MP3s (überflüssig) hören, man kann jedoch keine Notizen zu Buchzeichen oder Büchern erfassen - obschon die Eingabeoptionen dies relativ einfach zulassen würden.

Alles in allem bin ich trotzdem glücklich damit. Ich kann lesen was ich will und aus welchen Quellen ich will und auch Formate liest das Gerät genügend viele. Ich bin jedoch trotzdem sehr gespannt, wie sich das in Zukunft noch entwickeln wird. Ich hoffe, dass wir in dieser Beziehung noch viel erwarten dürfen. Ansonsten wäre die Vorstellung doch schon ein wenig schwach gewesen. ;)